Kultur und andere Kuriositäten

On the road

Die letzte Woche habe ich weitestgehend bei Yvonne verbracht, die ich über die Internetseite „Hand gegen Urlaub“ kennengelernt habe. Ein Internet Blinddate quasi :). Sie hat mir angeboten bei ihr zu wohnen, dafür habe ich ihr in Haus und Garten geholfen. Perfekt für meinen Plan, nicht nur zu Reisen, sondern auch Land und Leute, und deren Traditionen und Gewohnheiten besser kennen zu lernen. Yvonne ist Deutsche, lebt und arbeitet aber schon seit 12 Jahren in der Schweiz und hat mir, während wir gemeinsam durch Wald und Wiesen streiften, einiges erzählt über das Land, seine Kultur und andere Kuriositäten, vorbei an Relikten aus längst vergangenen Zeiten.

Vergessen und Vergangen

Natürlich lass ich dich an meinem neu gewonnen Wissen teilhaben. Also, kleine Schweizkunde Part I.

Wusstest du:

– Dass es in der Schweiz kaum Gehwege gibt? Warum? Weil die Schweizer kaum zu Fuß gehen. Berge hoch runter ja, aber nicht von A nach B um etwas zu erledigen.

– Dass es eine gesetzlich vorgeschriebene Mittagspause von 12.00h-13.00h gibt (außer Supermärkte und große Geschäfte). Tatsächlich werden sogar bestimmte Steckdosen im Haus so geklemmt, dass sie während dieser Zeit keinen Strom bekommen, um zu gewährleisten, dass in dieser Stunde genug Strom für die Küchen vorhanden ist? Der Rasenroboter hat somit auch Mittagspause!

– Dass es in allen vor 1980 gebauten Häusern Luftschutzkeller gibt, die nicht nur jederzeit mit Lebensmittel und allem Notwendigen für mind. 2 Jahre ausgestattet sein müssen, sondern auch alle 3 Jahre von Amtswegen kontrolliert werden, ob die Zu- und Entlüftung noch funktionsfähig ist bzw. die Dichtungen in Takt?

– Dass es überall in den Wäldern und Bergen unterirdische Luftschutzbunker gibt. Jeder Schweizer muss innerhalb von 100 m um seinen Wohnort einen solchen Bunker erreichen können.

– Dass sämtliche strategisch wichtigen Brücken und sonstigen Zugänge in und aus dem Land durch Sprengkörper gesichert sind? Manchmal erkennbar an Vierecken auf der Straße. Aber keine Panik, auch die werden regelmäßig kontrolliert.

Liebe Eidgenossen, ich weiß´ ja nicht, aber ist das noch zeitgemäß? Angriffe auf dem Landweg? Gerade in der Zeit, in der wir uns aktuell befinden?

Ach, aber das Leben ist zu schön um sich mit sowas zu beschäftigen. Daher schnell wieder zu anderen Themen.

Mit Yvonne habe ich einen Ausflug in die Berge gemacht. Richtige Berge, hohe Berge. Den Säntis. Höchster Berg der Appenzeller Alpen! Habe alles gegeben und für dich alle Gipfel beschriftet. Achtung: Am Ende frage ich ab!

Dort oben liegt noch ordentlich Schnee. Hier und da gibt es die ersten Frühlingsboten, naja, wenn sie nicht von kleinen zierlichen Hundeposchis plattgedrückt werden.

Aber, mit der Gondel hochfahren 55SFR ! Ernsthaft? No way! Die investiere ich dann doch lieber in Schoki, habe ich länger was von…..zumindest auf der Hüfte!

Nach 6 Tagen heißt es dann auch von Yvonne Abschied nehmen. Bei leichtem Regen geht es weiter zum Zürichsee. Ich nehme die Route über den Fischingpass und plane dort noch eine Wanderung auf den Hörnli.

Zwischenzeitlich scheint wieder die Sonne, wenn Engel reisen!. Voll motiviert gehe ich los. Nach 1,5h strammen bergauf, eine ziemlich unmotivierte Polly hinter mir, halte ich inne, um die Aussicht zu geniesen. Und während ich so den Blick schweifen lasse, fällt mir ein Berg ins Auge, der mir bekannt vorkommt. Mist, das ist ganz eindeutig der Hörnli, mein Ziel. Klassischer Fall von: Falsch abgebogen! Kurzer Googlecheck: Tatsächlich. 3.45h Fußweg bis zum Objekt der Begierde. Auf Keinen Fall. Dann soll es nicht sein. Wir treten den Rückzug an. Jagen noch kurz frischen Bärlauch und Bärlauchknospen zum Abendessen und fahren weiter Richtung Zürichsee.

Auch mit dem ausgesuchten Stellplatz hatten wir kein Glück, da er direkt an einer viel befahrenen Strasse lag und ich das Gefühl hatte mir schaut jeder direkt in mein Allerheiligstes und zum Exhibitionismus neige ich beileibe nicht. Ich bin zügig weiter gefahren und habe doch noch einen schönen Platz gefunden. Wie gut, dass ich mir vorgenommen habe nie ganz alleine zu stehen, nicht!

Suchbild 2- Die erste Nacht am Waldrand

Nach einer kurzen Nacht, ich kann einfach nicht schlafen, verlasse ich den Platz mit Ziel Rapperswil. Ich wollte zur Wooden Bridge, wenn ich schonmal da bin. Hat mich einiges an Überzeugung gekostet, den Vierbeiner da rüber zu bugsieren, aber wer sein Hund liebt, der trägt ihn dann auch gerne mal. Wohlgemerkt wir reden hier von 840m einfachem Weg und zarten 9 Kilo, die merkt man dann schon!!! Immerhin, den Rückweg schaffte Madame dann auf eigenen Pfoten.

Aber heute regnet es nur einmal: Durchgehend! Somit ist die Entscheidung klar, ab zum Campingplatz. Heizlüfter und WLAN tragen enorm zur positiven Grundeinstellung bei. Ohne Zeitdruck unterwegs kann Frau ja auch mal die Scenic Route nehmen. Der arme Murphy, 20 % Steigung, uff! Da hat er ganz schön gestöhnt. Lieben Gruß ans Getriebe, das auf der „Brummbärstrasse“ schonmal brummen darf.

Und wie ich letzten Ends zu meinem Stellplatz und vor allem WLAN kam, dazu mehr nächste Woche.

14 Kommentare bei „Kultur und andere Kuriositäten“

  1. Guten Morgen meine Süße! So, ich habe auch wieder was dazu gelernt! 🙂
    Hoffe der Frühling kommt jetzt auch in der Schweiz mal richtig auf Touren bis die Tage und für diese Woche wünsche ich Dir viele neue schöne Erlebnisse und Begegnungen ♥️

    1. @Tanja: der Frühling ist für 1,5 tage (laut Wetterbericht) da, dann wieder schlecht und dann richtig schön zum Wochenende. das Leben ist so viel leichter wenn die Sonne scheint 🙂

  2. Die Schweizer sind schon etwas verschroben, haben keine Armee, sprengen dafür ihre Brücken wenn der Feind kommt. Sehr interessant deine Insider Infos. Genau darum beneide ich Dich. Zeit, Land und Leute kennenzulernen, zu verweilen, nicht nur ein schnelles Foto zu machen, dann weiter zu irgendeinem gebuchten Hotel. Sondern sich inspirieren zu lassen,zu verweilen und Neuem, Raum zu geben. Was für ein großes Glück.
    Sonntags darf ich träumen mit Dir und Polly. Sylvia 😙😎

    1. @ Sylvia: Guten Morgen liebe Sylvia, Sonntagsritual :). Es ist ein großes Geschenk keinen Zeitdruck zu haben und wie jetzt gerade, seit 2 Tagen Dauerregen, das einfach auszusitzen und nicht das Gefühl zu haben „Hilfe, ich komme meinem Reiseplan nicht hinterher“. Das ist toll und ich weiß´ es so sehr zu schätzen, das kann ich nicht in Worte fassen. Noch eine kleine Anmerkung: Auch die Schweiz hat eine Armee für den Verteidigungsfall. Hoffen wir, dass sie nie zum Einsatz kommen müssen, wie überall auf der Welt. Ganz liebe Grüße an dich/euch

  3. Liebe Andrea, ich fühle mich immer mitgenommen. Bin schon auf nächste Woche gespannt. 🤗😘🥰

    1. @Vroni: Ich auch. Die Wetteraussichten sind bescheiden. Wir machen das Beste draus 😉

  4. Liebe Andrea, jeden Freitag bin ich neugierig auf Eure spannenden Geschichten! Wünsche Dir und Polly weiterhin viel Spaß!🤗

    1. @Diana: Liebe Diana, wie schön das zu lesen 👋😊🙏

  5. Ach ja die Schweiz 🇨🇭…wunderschöne Berge und Aussichten. Beim lesen bin ich mittendrin 😉Weiter eine tolle Zeit für Euch. 😀

    1. @ Barbara: Einfach nur wunderschön. Die Berge geben mir immer wieder ein Gefühl von Ankommen und Geborgenheit.

  6. Hallo Andrea,
    wie immer sehr kurzweilig und schön zu lesen😊 Ich glaube wir müssen alle nur noch kurz durchhalten und dann erstrahlt die Sonne und es wird WARM! Hast du eigentlich auch einen Ventilator dabei 😂
    Grüßli Katrin

    1. @ Katrin: Hier schien gerade für ein paar Stunden die Sonne ungeplanterweise, es war herrlich. Die Sonnen tut einfach nur gut.

  7. Danke und lieben Gruß aus Hamburg ! Hier verpasst du nichts. Deine Pia

    1. @Pia: 😘🙏👋

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