Arbeiten auf dem Bauernhof

Arbeiten auf dem Bauernhof - Abendstimmung auf dem Agritourismo Gallo
Arbeiten auf dem Bauernhof - Die Pfirsiche

Arbeiten auf dem Bauernhof. Vielleicht für den ein oder anderen schwer nachvollziehbar, aber für mich erfüllt sich ein Traum. Natürlich hat das „Kind“ in Italien einen viel schöneren Namen: AGRITOURISMO. Darunter versteht man einen Hof der überwiegend Landwirtschaft und Viehzucht betreibt und/oder sich weitestgehend selbst versorgt und Gäste beherbergt, so wie auf dem Agritourismo Gallo.

Ich bin seit einer Woche hier und es bringt mir super viel Spaß. Ich steh morgens um 6.30 h auf und falle gegen 23.00 h todmüde, zerkratzt, zerstochen und mit schwarzen Schmutzrändern unter den Fingernägeln zufrieden ins Bett. Es ist einfach schön zu sehen, was man geschafft hat. Nicht das du denkst ich arbeite den ganzen Tag. Poolzeit oder sonstiges ist natürlich auch drin. Warum ich schon so früh auf bin? Ganz einfach, ab 10.00 h sind im Gewächshaus meistens schon um die 50°C, das macht ein Arbeiten unmöglich. Also geht nur früh morgens oder abends.

Überwiegend kümmere ich mich um den großen Gemüsegarten und das Gewächshaus, aus dem die Gäste, die hier ihren Urlaub verbringen, versorgt werden.

Arbeiten auf dem Bauernhof - Andrea kämpft gegen das Unkraut
Bei der Arbeit

Soweit möglich wird alles selbst gemacht. Von Pasta, Pizza, Brot, bis hin zum Gelato, was mir täglich zum Verhängnis wird. Bin ich froh, dass ich so viel Bewegung und die meisten meiner Klamotten zwischenzeitlich Gummizug haben.

Arbeiten auf dem Bauernhof - Die Nonna beim Pizza backen
Die Nonna beim Pizzabacken

Als ich ankam ähnelte das Gewächshaus einem Urwald und die ganze Pracht und Vielfalt habe ich erst entdeckt, nachdem ich Schubkarre um Schubkarre Unkraut gejätet und entsorgt habe. Es war der Wahnsinn. Zu sehen, was da alles zum Vorschein kam und den Pflanzen beim täglichen wachsen zuzuschauen, das ist wirklich toll. Alleine 400 Tomatenpflanzen, die täglich versorgt werden müssen. Tja, ich kann halt nicht nur Künstler, ich kann auch Gemüse!

Ich bin auf dem Land groß geworden. Mit Opa und Oma war ich immer viel draußen in der Natur. Heute würde man es vermutlich ganz schick „frühkindliche Prägung“ nennen, für mich war es einfach eine coole Kindheit. Auch mein erster Job, mit süßen 14 Jahren, darf man heute auch keinem mehr sagen, war Natur nah in einer Gärtnerei. Von wegen Kinderarbeit, und, um das noch zu toppen, wenn der Chef eine gute Woche hatte gab es 5 DM, für meine Arbeit. Für die ganze Woche wohlgemerkt! Wenn er eine schlechte Woche hatte gab es einen Blumenstrauß. Selbstverständlich aus den Blumen, die nicht mehr verkauft werden konnten. Öhm Stichwort „Mindestlohn“?! Aber es war eine gute Zeit und ich habe es tatsächlich mehrere Ferien nacheinander dort mitgeholfen und viel gelernt, was mir jetzt zu Gute kommt.

Die Liebe zu Pflanzen, Natur und Tieren ist mir geblieben. Und ich freue mich schon heute auf meinen eigenen Gemüsegarten, den ich hegen und pflegen kann und werde. Und nicht, wie die letzten Jahre, anlegen und dann tagelang auf Tour und als ich wieder kam war alles hinüber.

Irgendwann werde ich ganz bestimmt auch meinen Flora und Fauna-Bildband veröffentlichen, an dem ich schon seit der Neuseelandreise 2007/2008 arbeite…..hahaha Spaß!!!!

Aber nicht nur ich, auch Polly geniest das Landleben in vollen Zügen. Sie ist hier bekannt wie der sprichwörtliche „bunte“ Hund. Wenn wir über das Gelände laufen hört man überall: „Polly, Polly, da ist Polly“. Die Kids lieben sie und selbstverständlich bekommt sie überall was zugesteckt. Mein Namen kennt wohl keiner vermute ich ;).

Die meiste Zeit des Tages darf sie frei umherlaufen. Sie liebt es durch die Tomatenrabatten zu fetzen, die Schafe zu beobachten, mit Gleichgesinnten zu toben oder irgendwo in den Beeten zu chillen. Nur zu den Essenzeiten muss sie an die Leine. Das hat sie sich selbst versaut. Gleich am ersten Tag saß sie quasi auf dem Buffet. Das geht natürlich bei aller Unkompliziertheit überhaupt nicht wenn Gäste da sind. Ihr unstillbarer Appetit wurde ihr somit zum Verhängnis. Also gilt Leinenpflicht während den Essenszeiten. Gibt schlimmeres!

Nachdem ich jetzt einmal alles auf Vordermann gebracht habe, siehe Vorher / Nachher – Vergleich, hoffe ich, dass ich in der kommenden Woche auch mal Zeit habe, die Gegend zu erkunden bevor ich Murphy wieder packe und weiter ziehe. Denn die Region hat viel zu bieten. Ich werde wie immer berichten.

23 Kommentare bei „Arbeiten auf dem Bauernhof“

  1. […] geht wieder los. Die Zeichen stehen auf AUFBRUCH. Aus ursprünglich zwei geplanten Wochen im Piemont wurden letzten Endes über fünf, aber nun heißt es: Hühner satteln und weiter. Polly wäre dann […]

  2. Hallo Andrea,
    du kannst nicht nut Künsler und Gemüse sondern aus Schreiben! Ich musste so lachen, wie du beschrieben hast, dass Polly es ich selbst versait hat, dass sie bei den Essenszeiten an die Leine muss. Zu gern hätte ich ein Foto gesehen, wie sie auf den Buffet sitzt :)))
    lieben Gruss, bin noch 2 Wochen in berlin und hab dann ne Woche frei, mal sehen ob ich es dann nach Seeland in Holland schaffe

    1. @Gaby: Ja bei Futter hört bei Polly die Freundschaft auf. Sie ist hier aber wirklich ein kleiner Star. Viel Spass in Holland falls du fährst.

  3. Hallo liebe Andrea,

    ich freu mich immer mega auf deine Geschichten und diese ist besonders toll. Was du alles erlebst ist einfach mega und ich beneide dich dafür. Bei uns ist es leider aktuell alles andere als schön , ich wohne ja in Erftstadt und hier war ja das große Unwetter. Es war aber sehr schön zu sehen , wie die Menschen zusammen halten und jeder versucht zu helfen. Deine Reise ist einfach Gold wert und wir alle lesen und genießen deine Geschichten. Schöne Grüße von allen NOA 🙏🙏🍀🍀

    1. @Markus: Achherje, das war mir nicht bewusst, dass du in Erftstadt wohnst. Wie ist die Lage derzeit. Wie schlimm ist euer Haus betroffen? Ich habe das hier mitbekommen. Es ist schrecklich. Schreib mir doch gerne mal über FB oder hast du meine Nummer noch? Ganz liebe Grüße, Kopf hoch und grüße mir die Chicas. Ich hoffe es läuft gut für sie?! Drück euch alle.

  4. Barbara Schubert sagt: Antworten

    Heute sind wir gerade die A26 durch das Piemont gefahren, direkt ans Meer. Vorher waren wir am Lago Maggiore. Hier in Spotorno bleiben wir bis Montag und werden dann wohl nach Vada fahren. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege sich irgendwo. Habt eine schöne Zeit, Arrivederci 🇮🇹🚌💨

    1. @Barbara: Heyyyy das ist ja lustig, möglicherweise sind wir recht nah aneinander vorbei, denn ich war heute kurz in Alba, glaube da geht die Autobahn vorbei. Ja ein Treffen wäre super schön. Halte mich doch unbedingt auf dem Laufenden welche Route ihr nehmt. Wie lange plant ihr in Italien zu sein? Glg 👋😊

      1. Barbara Schubert sagt: Antworten

        Wir bleiben bis ca. 23.8. mal sehen wo die Reise hingeht 😊🚌💨🇮🇹

  5. Hallo meine Süße, mit der Nase auf dem IPhone genossen von deinen Zeilen 🤪 und wie Kathrin schon sagte diese Tomaten habe sie förmlich geschmeckt 😍
    freue mich schon so auf Euch!!
    Habt noch eine schöne Zeit dicken Knutscha und einen stürmischen Gruß von der holländischen Nordseeküste 😘

    1. @Tanja: Ich freu mich auch schon soooo mega auf unsere gemeinsame Glampingtage. Habe einen ganz besonderen Rotwein-Spezial-Tanha-Edition entdeckt 😜😜😜😜

  6. Hi meine Süße,
    die Fotos aus dem Gewächshaus sprechen für sich und vor allem für dich 🙂 du hast wirklich einen grünen Daumen und eigentlich möchte ich direkt dieses Obst und Gemüse und vor allen Dingen die Tomaten sofort essen hmmmm…. Genieße die herrliche Zeit und lasst es euch gut gehen…

    Sonnige Grüße aus dem Black Forrest

    1. @Kathrin: Grazie mille 😘😘😘😘

  7. MEGA!!!! Genieße es, liebe Andrea!

    1. @Anja: Yes, yes, yes 😊👍

  8. Was für ein wunderbarer Bericht! Der macht richtig Lust darauf dem Hof einen Besuch abzustatten.
    Vielen Dank und weiterhin super viel Spaß😘

    1. @Suse: Ach du Liebe, es ist wirklich sehr schön hier. Das würde euch bestimmt auch gefallen.

      Und allen mit Kindern kann ich es wirklich nur empfehlen 👍

  9. Herrlich 🙂
    Auch ich lese immer wieder gerne Deinen Blog. Sehr erfrischend und spannend: Habe neulich bemerkt, dass du meinen Kollegen Jörg durch Polly/Clooney kennst 🙂 Hach wie klein die Welt doch ist😉

    Wünsche euch beiden weiterhin eine tolle Zeit und wunderschöne Momente!

    Liebe Grüße aus Ravensburg,
    auch von Philipp und Charlie,
    Rani

    1. @Rani: Liebe Rani, das freut mich sehr und es ist unglaublich, dass du ausgerechnet Jörg und Nicki kennst. Die Welt ist wirklich ein Dorf. Wir haben uns such vor 2 Wochen das erste Mal persönlich getroffen. Polly ist Clooneys Mama. Was gar ein unglaublich schöner Zufall. Ganz liebe Grüße ❤

  10. Wie immer ein Genuss deinen Blog zu lesen !! Wish I were there !!
    Aber warum brauchen die Piemonter eigentlich Gewächshäuser wenns eh so warm ist ?
    Herzensgruss aus dem gerade mal sonnigen Hamburg !
    Pia

    1. @Pia: Hier kann es auch ganz schön frisch werden und es gibt im Winter sogar Schneekettenpflicht 😉

    2. Na, Ihr Zwei fühlt Euch da aber so richtig wohl. Ist das schön, dass zu lesen und zu sehen! 😃

  11. Andrea 🌸💕- wie herrlich! Und so schön zu hören, dass es dir gut geht ! Liebste Grüße

    1. @Heike: Dicke Umarmung zurück 😘

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