Comer See – Insider Tipps

Insider Tipps: Meine schönsten Wandertipps rund um Colico

Der Sommer steht vor der Tür und mit ihm die schönste Reisezeit des Jahres. Was liegt also näher, als euch in den nächsten Wochen meine neue Heimat näher vorzustellen und euch mit ein paar Insider Tipps ein bisschen Appetit auf den Comer See zu machen.

Starten werde ich, mit den für mich, schönsten Wanderrouten rund um meinen neuen Wohnort Colico im Nordosten des Comer See.

Jedes mal, wenn ich eine solche Wanderung unternehme, überwältigen mich die Emotionen und nicht selten kullern ein paar Tränchen. Oftmals kann ich es nicht greifen, wie schön die Welt ist in der wir leben, und schon gar nicht, dass dieser Fleck meine neue Heimat ist.

Tipp 1 – Piano di Colico und Forte di Fuentes – Runde

  • Start / Ende: Bahnhof Colico
  • Distanz: ~ 9,0 km
  • Dauer: 2,5 h
  • Fitnesslevel: Grundkondition erforderlich
  • Wegbeschaffenheit: gut begehbare Wege

Wir starten ganz moderat. Am Bahnhof Colico geht es auf direktem Weg runter zum See. Von dort rechts halten und über die Kiter-/Surferwiese Richtung Seeende orientieren. Man kommt automatisch auf einen Spazierweg, der über einen kleinen Flusslauf führt und danach solltet ihr direkt links abbiegen, so gelangt ihr in die „Bucht“. Hier könnt ihr eine kurze Strecke direkt am Strand entlang gehen. Ungefähr in der Mitte der Bucht geht es rechts hoch und ihr kommt wieder auf den Fußweg, dem ihr, dem Fluss Adda entlang Richtung Norden folgt. Nach insgesamt ca. 4 km seht ihr bereits rechter Hand auf dem Hügel das Forte di Fuentes. Nach einem Streifzug durch die alten Mauern orientiert ihr euch wieder Richtung Colico. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten und die Wege sind nicht zu verfehlen. Die Route ist ganz bequem zu bewältigen. Sicher eine schöne Tour für große und kleine Zweibeiner und natürlich auch unsere Vierbeiner.

Tipp: Im Vorfeld Öffnungszeiten checken, denn ansonsten steht ihr, wie ich, vor verschlossener Tür. Macht nix, die Wanderung war schön 🙂

Tipp 2 – Wanderung nach Codera

  • Start / Ende: Parkplatz Via del Castello 73, Novate Mezzola (Tagesparkticket: € 7,00)
  • Distanz: ~ 13,00 km / ~ 800 Höhenmeter
  • Dauer: ca. 5,0 h
  • Fitnesslevel: gute Fitness erforderlich
  • Wegbeschaffenheit: teilweise sehr steil, stufenreich und unwegsam

Es geht zu dem kleinen Örtchen Codera, einem Ort aus einer anderen Zeit. Einer der wenigen Orte Italiens, die ganzjährig bewohnt und nur zu Fuß oder per Hubschrauber zu erreichen sind.

Der Weg führt über den Parkplatz und geht direkt mit einem steilen stufenreichen Anstieg los. Die faszinierende Natur mit ihren bizarren Felsengebilden und den teils noch schneebedeckten Gipfeln hüllen dich ein und rauben dir den Atem. Vorbei an verlassenen Häusern, durch Galerien und entlang tiefer Schluchten hangelt sich der Weg bis hoch hinaus nach Codera. Beim Aufstieg fallen die nahezu 800m Höhenunterschied kaum auf, so viel gibt es zu bestaunen und schon von weitem sieht man die Häuser von Codera. Nach ca. 2h erreicht ihr das Dorf und ihr taucht augenblicklich ein, in eine andere Welt.

Bei einem Rundgang durch das Dorf erfährst du allerhand Wissenswertes über Land und Leute und hier und da lässt sich auch einer der Bewohner gerne mal auf ein kleines Pläuschchen ein und berichtet vom außergewöhnlichen Leben hoch oben in den Bergen, fernab von Alltagslärm und Trubel.

Der Rückweg erfolgt entlang der gegenüberliegenden Hügelkette und ist streckenweise Teil des Tracciolino, eine bekannte Wander- und Mountainbikestrecke und abschnittsweise noch anspruchsvoller als der Aufstieg. Steile Anstiege, schwindelerregende Abhänge und mannshohe Felsblöcke am Wegrand, aber immer wieder diese spektakuläre Natur. Ihr durchquert die Orte Cii und San Giorgio und kommt nach weiteren 3 h Fußweg im Tal des Kieswerks von Novate Mezzola an. Von hier führt die Strecke über die asphaltierte Straße (rechts halten) wieder zurück zum Ausgangspunkt Parkplatz.

FAZIT: 13km | 800 Höhenmeter. Traumhafte Runde und sehr empfehlenswert, allerdings ist festes Schuhwerk und eine Grundfitness erforderlich. Für Kinder und kleinere Hunde eine ziemliche Herausforderung, die dürfen dann auch gerne mal ein Stück des Weges getragen werden, ich spreche da aus Erfahrung 😆!

TIPP: In Codera unbedingt in die Osteria Alpina einkehren. Lass dich mit Allerleih selbstgemachten verwöhnen. Ich empfehle Pizzoccheri mit der selbst gemachten Gewürzmischung aus Kräutern des eigenen Gartens und den Wildkräutern aus der Umgebung.

Tipp 3 – Torri di Fontanedo

  • Start / Ende: Parkplatz beim Ristorante Osteria Robustello, Via Chiaro
  • Distanz: ~ 3,00 km / ~ 100 Höhenmeter
  • Dauer: ca. 60 min.
  • Fitnesslevel: für alle geeignet
  • Wegbeschaffenheit: gut begehbare Wege

Zwischendurch mal eine kleine aber feine Wanderung zum Durchatmen. Das Ziel: der Torri di Fontanedo.

Über einen gut begehbaren und tatsächlich auch gut beschilderten Rundweg geht es vorbei an Wiesen und vereinzelten abgelegenen kleinen Rustikos. Nach ca. 45min. erreicht ihr das kleine verlassene Borgo um den Torri di Fontanedo. Von hier aus habt ihr eine wunderschöne Aussicht über das Nordende des Comer Sees, die gegenüberliegende Bergkette und die an deren Fuß gelegenen Orte: Gera Lario und Domaso, Dongo und natürlich nicht zu vergessen, direkt unterhalb liegt Colico.

Wer allerdings die glorreiche Idee hatte, mitten durch diese herrliche Aussicht die Stromkabel zu ziehen, mit dem gehört mal ein ernstes Wörtchen gesprochen! Eine Sünde!

Tipp 4 – Monte Legnoncino

  • Start / Ende: Parkplatz Roccoli Lorla (Tagesticket € 4,00 Wochenende & Feiertag)
  • Distanz: ~ 4,00 km / ~ 320 Höhenmeter
  • Dauer: ca. 1.45 h
  • Fitnesslevel: für alle geeignet
  • Wegbeschaffenheit: gut begehbare Wege

Ein absolutes Highlight ist die Aussicht vom Gipfelkreuz des Monte Legnoncino auf den Comer See. Um in den Genuss dieses Ausblicks zu kommen gibt es zwei Möglichkeiten. 1: von unten komplett den Weg bis zum Gipfel zu laufen oder, 2. mit dem Auto bis zum Parkplatz Roccoli Lorla zu fahren und von dort in ca. 45min den Gipfel zu erklimmen. Ich habe mich für Variante 2 entschieden, natürlich nur weil Polly nicht so gerne läuft, und bin mit dem Auto gefahren, aber hui, die vielen engen Serpentinen treiben einem so manches mal Schweißperlen auf die Stirn. Hier ist definitiv die Anfahrt zum Parkplatz die Herausforderung. Glücklicherweise hatte ich an dem Tag das kleine Auto meiner Freundin und Murphy hatte frei. Unterhalb des Parkplatzes geht der gemütliche und gut begehbare Wanderweg Richtung Gipfel los. Vorbei an der Rifugio Roccoli Lorla durch die einzigartige Naturlandschaft der Comer See Region. Einzig die letzten Meter von der kleinen Kapelle bis zur Madonna und dem Gipfelkreuz sind schmal und felsig. Bei solchen Ausblicken fällt es mir dann immer wieder schwer den Rückweg anzutreten.

Fazit: Gigantische Aussicht aber die Anfahrt ist nichts für schwache Nerven. Dennoch, die 40min Angst lohnen sich definitiv. Für mich einer DER schönsten Plätze.

Tipp 5 – San Rocco / Sentiero del Viandante

  • Start / Ende: Chiesa di San Bernadino, Villatico
  • Distanz: ~ 6,00 km / ~ 240 Höhenmeter
  • Dauer: ca. 2 h
  • Fitnesslevel: für alle geeignet
  • Wegbeschaffenheit: gut begehbare Wege

Startpunkt ist die Chiesa di San Bernadino in Villatico einem Ortsteil von Colico und quasi bei mir vor der Haustür. Von hier aus geht es in Richtung Chiesa San Rocco, dieser Weg ist ein Teilstück des bekannten Sentiero del Viandante, der von Abbadia Lariana kurz hinter Lecco, im Süden des Sees beginnt und bis weit über den See hinaus nach Morbegno führt.

Der Weg ist ein gemütlicher Spazierweg, gut begehbar, familien- und hundefreundlich. Die Kirche San Rocco und der Ausblick auf den See laden zum inne halten ein. Genieße einen weiteren Platz mit einer fantastischen Aussicht auf den See und die Umgebung. Lässt man die Kirche hinter sich und folgt dem Viandante überquert man irgendwann den Bach Torrente Perlino, hier rechts halten um wieder Richtung Villatico zu gelangen.

TIPP: Auf dem Rückweg kommst du an 2 Ziegenkäsereien und einer Blaubeerfarm vorbei. Yummy!

So, das waren sie, meine Wanderhighlights in und um Colico. Nicht davon zu sprechen, dass es noch unzählige Wanderungen gibt die mit Sicherheit ähnlich faszinierend sind. Wer weiß´ vielleicht gibt es irgendwann die Fortsetzung. Jetzt wünsche ich dir aber erstmal viel Spaß beim nachwandern!

Hast du auch einen favorisierte Wanderstrecke, wo auch immer auf dieser wunderschönen Welt?

13 Kommentare bei „Comer See – Insider Tipps“

  1. […] Form die an ein auf dem Kopf stehendes „Y“ erinnert. Wenn dir mein letzter Artikel „Meine schönsten Wandertipps“ möglicherweise schon Appetit auf den See gemacht hat, dann möchte ich deiner Entscheidung heute […]

  2. DANKE für die tollen TIps, na wenn das nicht ne Einladung ist, vorbeizukommen.. 😉

    1. @Gaby: Und wenn ich dir jetzt noch sage, dass es bei uns im Norden die schönsten Campingplätze am Lago gibt, gibt es für dich hoffentlich kein halten mehr 😉

  3. Ohje! Die arme Polly!
    Das sieht alles wunderschön aus.

    1. @Anke: öhm Moment, ich habe sie doch getragen. Wer hat Mitleid mit mir????

  4. Hi Andrea, wow was für Bilder. Traumhaft. Habe ich abgespeichert und wenn wir mit dem WoMo in der Gegend sind werden wir sicher die ein oder andere Route mal abwandern. Liebe Grüße aus dem gerade gewitterigen Lohmar Moni

    1. @Moni: Ohja, ich freu mich auf deinen Bericht. Vlg nach Lohmar 👋😊

    2. Moni 🤗 vorher bitte einen kleinen Abstecher nach Hamburg und mich abholen 😉😘

      1. @Sandra: Meinst du Moni kommt noch vor Juli? Und dann hattest du doch eh das one-way Ticket gebucht oder?

  5. So you became a Wanderer ? 🙂
    Freu mich immer von dir zu hören & zu sehen was du tolles machst.
    Herzlichst Pia

    1. @Pia: Yes, zum Leidwesen meines geplagten und gepeinigten Vierbeiners :))))

      1. Moin Andrea,
        für uns ist da bestimmt auch was dabei. Hört sich alles so toll an und ich freue mich auf den Sommer!
        Alles Liebe

        Ulla

        1. @Ulla: Es wird toll werden. ich freu mich schon wenn ihr hier seid. Glg

Schreibe einen Kommentar